Was kann die Politik für die freie Literaturszene tun? – Podiumsdiskussion

Samstag, 14.00 – 15.15 Uhr | Saal

In den letzten Jahren ist die freie Literaturszene immer umtriebiger geworden. In Ergänzung zu den Literaturinstitutionen hat sie diverse Orte für das Entdecken neuer literarischer Stimmen geschaffen, neue Veranstaltungsformate – häufig in Zusammenarbeit mit anderen Kunstsparten – entwickelt und ein neues Publikum für die Gegenwartsliteratur gewonnen. Sie steht für einen Umgang mit Literatur, der die Distanz zwischen Autor*innen und Publikum abbaut, und fördert vielfach auch Genres, die auf dem Buchmarkt weniger im Fokus stehen.

Diese positive Entwicklung geschieht jedoch unter prekären Bedingungen. Anders als etwa im Freien Theater sind die freien Literaturveranstalter*innen noch verhältnismäßig wenig organisiert und können auf weniger spezifische Fördermöglichkeiten zurückgreifen. Ihre Perspektiven sind deshalb oft unsicher. Doch lassen sich die Situationen in den Freien Darstellenden Künsten und der freien Literaturszene überhaupt vergleichen? Gibt es nicht schon genug allgemeine Literaturförderung? Oder ist es an der Zeit, dass die Politik die freie Literaturszene gezielter unterstützt? Und wie ließe sich das am besten gestalten?

Es diskutieren Janina Benduski (Bundesverband Freie Darstellende Künste), Kathleen Röber (Bildungscampus Nürnberg), Lea Schneider (Netzwerk freie Literaturszene Berlin), Friederike Tappe-Hornbostel (Kulturstiftung des Bundes)

Moderation: Tristan Marquardt

Janina Benduski leitet das Performing Arts Programm und das Performing Arts Festival Berlin. Seit 2006 ist sie Mitbegründerin und Mitglied des Produktionskollektivs ehrliche arbeit – freies Kulturbüro. Sie ist kooptiertes Mitglied im Vorstand des LAFT – Landesverband freie darstellende Künste Berlin und erste Vorsitzende des BFDK – Bundesverband freie darstellende Künste.

Kathleen Röber arbeitete als Theater- und Literaturwissenschaftlerin an deutschen und amerikanischen Bühnen. Als Programmleiterin am Deutsch-Amerikanischen Institut Nürnberg hat sie u.a. 2010 den bayernweiten Lesewettbewerb Battle of the Books für Schüler*innen initiiert. Aktuell ist sie am Bildungscampus Nürnberg für die strategische Weiterentwicklung des Literaturstandortes Nürnberg zuständig.

Lea Schneider lebt als Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin in Berlin. Sie ist Mitglied im Lyrikkollektiv G13, das es sich zum Ziel gemacht hat, solidarisch-kritische Anerkennungsräume jenseits der Marktlogik des Literaturbetriebs zu bauen, und stellvertretende Vorsitzende des Netzwerks freie Literaturszene Berlin e. V.

Friederike Tappe-Hornbostel ist Leiterin der Kommunikation der Kulturstiftung des Bundes.

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